Sackgasse
Freitag, 14. November 2008 17:23
Manchmal geschehen wirklich unerwartete Dinge.
Es können erfreuliche Dinge sein. Du kannst Freitags spontan früher nach Haus, weil der letzte Block der Berufsschulwoche entfällt. Am Ende des Monats kannst du feststellen, dass ja doch noch etwas Geld übrig geblieben ist. Oder jemand teilt dir mit,dass die süße, aber unnahbare Azubine, auf die du schon lange ein Auge geworfen hat, in Wirklichkeit sich schon lange in dich verguckt hat.
Es können auch unerfreuliche Sachen passieren. Du kannst feststellen, dass dein Kühlschrank mitte des Monats genauso leer ist wie dein Konto. Jemand kann dir mitteilen, dass deine Freundin sich irgendwo einen anderen Kerl aufgegabelt hat und mit dir Schluss machen will. Du kannst Urlaub nehmen und direkt zu Beginn deine Reise nicht antreten, weil du dir eine niederschmetternde Grippe eingefangen hast.
Oder jemand stirbt.
Und besonders der Tod kann eine echt verzwickte Sache sein. Mein Onkel ist vor wenigen Tagen überraschend verstorben. Zu den Umständen möchte ich an dieser Stelle nichts sagen, um etwaige Ermittlungen nicht zu gefährden. Sicher ist jedoch eines: Es geschah viel zu früh.
Mein Dilemma: Ich habe ihn eigentlich kaum gekannt. Und trotzdem trauere ich, auf meine Weise. Den Kontakt zu diesem Zweig der Familie habe ich aus Gründen schon vor vielen Jahren praktisch verloren. Ab und zu mal ein Telefonat hier, eine Mail da, wenig war es auf jeden Fall. Zu wenig? Ich habe von fast allen, wenn überhaupt, nur hier und da aus Erzählungen gehört. So auch von ihm. Das letzte Mal habe ich ihn, anlässlich eines Besuches der Sippe, vor vielleicht 6 Jahren gesehen. Netter Kerl. Lebte ein offenbar gutes Leben. Ich mochte ihn.
Ich hatte mir eigentlich immer mal vorgenommen, wieder hinzufahren. Die Verwandschaft besuchen. Ihn besuchen. Jetzt werde ich hinfahren, die Verwandtschaft besuchen. Ihn besuchen. Und Abschied nehmen.
Ruhe in Frieden, Söhnke Knudsen!
You will never be forgotten…
Thema: Netzwelt | Kommentare (1) | Autor: Jo


